RÜCKRUF SERVICE

Noch Fragen? Wir rufen Sie gerne zurück:
drucken drucken

Innovationsreport 2008

Im Zeitraum von Juni bis September 2008 wurde eine Innovationsstudie in Kooperation zwischen dem Institut für Handel, Absatz und Marketing der Johannes Kepler Universität in Linz und der MCG durchgeführt. Das Research-Team bestand aus dem Projektleiter Christoph Gahleitner, sowie Dr. Friedrich Loidl und Mag. Markus Gahleitner, die Beiträge im Untersuchungsdesign und insbesondere in der Analyse leisteten. Wissenschaftliche Unterstützung kam von Univ. Prof. Dr. Gerhard Wührer.

Diese Studie setzte sich zum Ziel herauszufinden, was erfolgreiche Innovatoren von weniger erfolgreichen Unternehmen unterscheidet. Weiters interessierte uns, ob es zwischen österreichischen und deutschen Industriebetrieben hinsichtlich des Innovationsverhaltens signifikante Unterschiede gibt.

Dieses Executive Summary gibt einen Überblick über die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung. Für nähere Informationen kontaktieren Sie bitte Christoph Gahleitner unter c.gahleitner@mcg-experts.com.

Hauptergebnisse

Die meisten deutschen und österreichischen Unternehmen erkennen die Notwendigkeit von Produktinnovationen. Zugleich ist die Umsetzung jedoch häufig durch Misserfolg gekennzeichnet. So führt beispielsweise ein Drittel der befragten Unternehmen mindestens die Hälfte ihrer Produktinnovationen nicht am Markt ein.

Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich
Nicht sehr überraschend hat sich herausgestellt, dass es kaum Unterschiede im Innovationsverhalten zwischen deutschen und österreichischen Unternehmen gibt.

Faktoren der Innovationsfähigkeit
Das Innovationsverhalten wurde anhand von 49 Faktoren aus den Bereichen Strategie, Innovationsprozess, Kooperationen, Mitarbeiter und Kultur gemessen. Nach der Meinung der Unternehmen sind folgende 7 Faktoren als die Wichtigsten anzusehen:

Top vs. Low-Performance im Bereich Innovation
Unterscheidet man hinsichtlich der Innovationsperformance in Top- und Low-Performer ergibt sich ein ganz anderes Bild. Die Unterscheidung in Low- und Top-Performer haben wir anhand folgender Kriterien getroffen:

  • Anzahl abgeschlossener Innovationsprojekte pro Jahr,
  • Anzahl der am Markt eingeführten Produktinnovationen pro Jahr und der
  • Erfolgsrate der eingeführten Produkte.

Um eine möglichst scharfe Trennung zwischen den Einflussfaktoren auf Top- und Low – Performer zu erkennen wurden die 10% der besten Unternehmen den 10% der schlechtesten Unternehmen hinsichtlich der Innovationsperformance gegenübergestellt.

Große Unterschiede zeigen Top- und Low-Performer in folgenden Bereichen:

Zusammenfassend kann man folgendes festhalten: 

  • Top-Performer haben eine klar ausgeprägte Innovationsstrategie die Zielmarkt, Zielkunden und Technologien festlegt. (Innovationsstrategie)
  • Top-Performer haben einen klar strukturierten Innovationsprozess (mit Projektmanagementtechniken, Auswahl und Ressourcenzuteilung von Projekten). Weiters verwenden sie deutlich häufiger Entwicklungstools wie QFD, FMEA und Conjoint-Analysen. Darüber hinaus wird Technologie-Monitoring viel intensiver betrieben. (Innovationsprozess)
  • Top Unternehmen arbeiten deutlich häufiger eng mit Kunden bei der Entwicklung zusammen. (Kooperationen)
  • Top-Performer beschäftigen deutlich mehr Mitarbeiter im Innovationsbereich und haben ausgeprägtere finanzielle und nicht finanzielle Honorierungssysteme. (Mitarbeiter)
  • Bei Top-Performern kümmern sich Vorstände oder Geschäftsführer viel intensiver um das Thema Innovation. (Leadership)

Gleichermaßen bedeutsam für Top- und Low Performer sind folgende Faktoren der Innovationsperformance:

Das heißt, die angeführten Faktoren sind unabhängig von der allgemeinen Bedeutung nicht entscheidend für Top- oder Low Performance in der Innovation. Interessant ist, dass fortgeschrittenere Methoden der innovativen Problemlösung, wie bspw. TRIZ von einer sehr geringen Anzahl von Unternehmen verwendet werden.

Untersuchungsdesign

Telefonisch befragt wurden 161 Industrieunternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern. Das ca. 20 minütige Interview erfolgte anhand eines standardisierten Fragebogens. Die zu befragenden Unternehmen wurden mittels Zufallsauswahl bestimmt (50% österreichische, 50% deutsche Unternehmen). Zur Charakterisierung der Stichprobe finden Sie nachfolgend den jährlichen Umsatz der befragten Unternehmen sowie die Mitarbeiteranzahl.

Zwei Drittel der befragten Unternehmen entfallen auf die Branchen Maschinen- und Metallwarenindustrie, Elektro- und Elektronikindustrie, Fahrzeugindustrie und Kunststoffindustrie. Das rechte Diagramm zeigt abschließend die Positionen der Interviewpartner im Unternehmen.